Paradoxie am Fließband

Damit der Smalltalk der nächsten Cocktail-Party endlich mal auf ein physikalisch-philosophisch anspruchsvolles Niveau gehoben wird, hier erneut ein Bildungsvideo der Open University. Diesmal zum Thema: „6 Paradoxien schnell erklärt“. Mit dabei: der legendäre Großvatermörderzeitreisende, Schildkrötenwettrennen und Schrödingers Katzenexperimente.

(paradoxerweise per publique)

Brave Art: Die Kunst des Scheiterns

Das Spiel, besser gesagt die Demo der letzten Woche, ist beendet und hier spielbar, aber nicht abgeschlossen. Die Bewerbung, die ich damit schmücken wollte, bleibt ungeschrieben. Und von der Programmier-sprache C++ habe ich kaum etwas Neues gesehen.

Aber! Die erste Brave Art ist nicht umsonst gewesen, denn ich habe Folgendes gelernt:

Was sind angemessene Ziele?

Mit solchen Zielen gehen wir genau einen Schritt über das hinaus, was wir können. Das Gefühl von Flow entsteht, wenn sich unsere Fähigkeiten und Herausforderungen auf Augenhöhe begegnen. Die einfachste Beschreibung unserer Fähigkeiten: Die Dinge, die wir schon ein mal gemacht haben. Mit einem Schritt mehr können wir uns also sowohl weiterentwickeln als auch in unserem Flow-Bereich tanzen!

Ein Beispiel:
„Ich entwickle ein Spiel in C++.“ ist ein angemessenes Ziel, weil ich bereits Spiele entwickelt habe, aber C++ noch nicht kenne.
„Ich entwickle ein Spiel in C++, unter Zeitdruck, als Gegenstand einer Bewerbung.“ ist einfach eine Übertreibung, Ignoranz für das, was ich brauche, um in Bestform zu basteln.

Wie nutze ich Zeitlimits am besten?

Sicherlich nicht bei den Grundlagen, wie hier, wenn ich mich in eine neue Programmier-Sprache einarbeite. Lerne in Ruhe und miss dich danach an der Zeit! Während inhaltliche Schranken in den meisten Fällen ein Segen sind, sollte man sich für enge zeitliche Grenzen schon als „fortgeschritten“ bezeichnen. Niemand lernt Auto-Fahren bei einem Straßenrennen, oder? ;)

Und wozu mache ich das?

Es ist an mir, mich zu entschuldigen, dass ich euch, werte Leser, aus den Augen verloren habe. Meine Beiträge waren mehr Denk-Hilfen für mich als Lektüre für euch und das möchte ich hiermit wiedergutmachen. Gelobe Besserung. :D

Rixter heißt im bürgerlichen Leben Rico und beschäftigt sich seit Jahren bereits mit der Entwicklung von Spielen, die von gängigen Standards abweichen. Er war bereits während der Sommerwochen Gastautor auf Astkiefer.

Brave Art: Finde Flow

Was funktioniert nicht?
Ich bin nicht so schnell, wie ich dachte. Anders: Ich habe mich, wie erwartet, übernommen. Am liebsten denke ich gar nicht daran, dass ich mich mit dem Spiel, was ich morgen in meinen Händen halten werde, bewerben will.

Was funktioniert?
Mein Feedback, endlich. Das Buch Flow von Mihály Csíkszentmihályi lehrt mich, nach schnellen Rückmeldungen zu suchen. Heute habe ich das Spiel zum ersten Mal jemanden testen lassen, mir eine andere Meinung eingeholt und den Rest meiner Zeit damit verbracht, sichtbaren Zielen hinterher zu jagen, mit jeder Zeile source code. Das ist beflügelnd!

Also, von nun an lautet die Frage, bei egal was ich tue: Wie kann ich so schnell wie nötig und so deutlich wie möglich herausbekommen, was gut läuft?

Seht euch den aktuellen Start-Bildschirm an, wenn ich möchtet!

Der aktuelle Startbildschirm des Spiels

Rixter heißt im bürgerlichen Leben Rico und beschäftigt sich seit Jahren bereits mit der Entwicklung von Spielen, die von gängigen Standards abweichen. Er war bereits während der Sommerwochen Gastautor auf Astkiefer.

Brave Art: Halbe Fahrt voraus

Heute fand ich es schwierig, wertvolle Ziele festzulegen. Ich habe den Fehler gemacht, zu unambitioniert zu sein. An meiner Wand hängt folgende Liste:

Definiere das Spielerlebnis.
Definiere die Spielmechanik.
Schreib die erste Zeile source code.
Blogge.

Ja, solche Ziele erreiche ich (und wahrscheinlich jeder) leichter, habe ich soeben erreicht. Aber sie sind kein Anreiz. So, als würde man einen Test schreiben und danach die Maßstäbe runterschrauben, um mit seinem Ergebnis zufrieden zu sein. Aber damit erreicht man keine Zufriedenheit, oder? Und daran wächst man nicht.

Morgen schreibe ich euch, nach welchen Sternen ich zu greifen lerne! :D Derweil könnt ihr sehen, was „das Spiel“ schon kann.

Erster Eindruck vom Spiel als Hommage an Akte X

Und nein, das Spiel wird auf Deutsch spielbar sein. ;)

Rixter heißt im bürgerlichen Leben Rico und beschäftigt sich seit Jahren bereits mit der Entwicklung von Spielen, die von gängigen Standards abweichen. Er war bereits während der Sommerwochen Gastautor auf Astkiefer.

Brave Art: Ich öffne die X-Akten!

Heute beginne ich mit meiner ersten Fünf-Tage-Herausforderung: Am Freitag will ich ein fertiges Spiel vor mir haben, geschrieben in C++, einer mir neuen Programmier-Sprache, gleichzeitig eine Hommage an Akte X, die Serie, die meine Jugend geprägt hat. In den letzten drei Stunden – ich habe pro Tag nur vier zur Verfügung – habe ich mir eine Prämisse für das Spiel aus dem Hirn gepresst. Es wird ein Text-Adventure, falls ihr euch das gerade fragt. ;)

Was funktioniert nicht?
Ich habe Hemmungen, alle meine Gedanken aufzuschreiben – anscheinend kann ich freier sprechen als schreiben. Im Grunde wollte ich drei verschiedene Ideen generieren und mich für die beste entscheiden, nun hangle ich mich an einer Prämisse entlang: Special Agent Fox Mulder gelangt an einen Tatort und muss um seiner selbst willen das Rätsel um tödliche, blaue Kristalle lösen – ihr werdet es sehen, sogar spielen können!

Was funktioniert?
Ich habe keine Angst. Erst als ich unter Zeitdruck das hier schreibe, werden mir meine Grenzen bewusst, und dass vier Stunden je Tag ein wirkungsvolles Limit sind. Außerdem sind die Rückseiten ausgedienter Wand-Kalender super zum Brainstormen.

In der letzten Stunde meines Tagespensums heute genieße ich nun eine Folge Akte X – irgendwo hier steht die DVD-Box zur ersten Staffel und es geht mir ja gerade darum zu zeigen, dass neue Herausforderungen neben Furcht auch Spaß machen!

Rixter heißt im bürgerlichen Leben Rico und beschäftigt sich seit Jahren bereits mit der Entwicklung von Spielen, die von gängigen Standards abweichen. Er war bereits während der Sommerwochen Gastautor auf Astkiefer.

Brave Art: „Ich würde Sie einladen.“

Es sieht so aus, als wolle ich meine Verrücktheit dem gesamten Personal meiner Hochschule demonstrieren. Jedenfalls sitze ich wieder vor einem Professor – den ich sogar kenne, vielleicht ist das für seine Meinung von Vorteil. Dabei fehlt mir kein Honig um meinem Mund, am liebsten hätte ich noch ein niederschmetterndes, aber ehrliches, Urteil.

Und dann das: „Ich würde Sie einladen.“ Das ist das erste, was er sagt, nachdem er eine gefühlte Ewigkeit über meiner einen A4-Seite voll idealistischem Text gebrütet hat. Grinsen konnte ich schon immer gut, wenn sich eine Gelegenheit wie diese bietet.

Etwas fällt mir in diesem Büro in der sechsten Etage meiner Hochschule auf: Sobald ich den Leuten erzähle, dass ich die Ängste, die wir alle teilen, gleichsam ausbrennen möchte, bekomme ich ihre Geschichten zu hören. Ja, das ist es, wofür ich gekommen bin. Aber dass ich so freizügig im Lebensbuch meiner Gegenüber blättern darf, erstaunt mich dennoch. Wie eine gute Freundin von mir, die auf dem Weg zur Ärztin ist und sich nun die interessantesten Geheimnisse ihrer Bekannten anhören darf. :D

Man muss sich manchmal strecken, schreibe ich auf den Zettel, der vor mir liegt. Sonst bleibt man irgendwann einfach geduckt.

Metawissen: Was ich hier wie Handschläge verteile ist mein Vorschlag für einen Vortrag. Während der Konferenz Quo Vadis, Deutschlands Event für Spiele-Entwickler, möchte ich zeigen, wie Mut durch Spiele machbar ist.

Rixter heißt im bürgerlichen Leben Rico und beschäftigt sich seit Jahren bereits mit der Entwicklung von Spielen, die von gängigen Standards abweichen. Er war bereits während der Sommerwochen Gastautor auf Astkiefer.