Lektionen vom Busfahrer

Heute, am frühen, regnerischen Nachmittag in Berlin:

Ein Student kommt wie viele andere Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel an eine Bushaltestelle für den Schienenersatzverkehr. Der Bus steht fünzig Meter vor der Haltestelle bereit. Es ist ein regnerischer Nachmittag, also regnet es.

Als wohl natürlichste Reaktion der Welt geht der Student – als Einziger – auf den Bus zu. Nach einigem Rumgefuchtel des Studenten draußen und des Fahrers drinnen öffnet der die Tür und erkundigt sich, was diesen Besuch veranlasst. Es regne und warum man nicht schon einsteigen könne, fragt der Student. Weil er nach Plan fahre, erwidert der Fahrer. Der Rest ist unverständlich, also zieht der Student von dannen und stellt sich zu den Glücklichen, die einen Schirm dabei haben, und den anderen. Kurze Zeit später erhebt sich der Bus doch und fährt vor.

Wann war Das-Gute-und-Richtige-zu-tun das letzte Mal so einfach, so offensichtlich und so übersehen worden?

Warum scheuen wir uns, im Rahmen unserer Möglichkeiten Personen zu helfen, die sich über unsere Hilfe freuen würden? Was ist so wichtig, dass wir das ignorieren? Und wo zur Hölle ist denn der Unterschied, ob ein Bus fünzig Meter vor der Haltestelle nicht fährt oder direkt an der Haltestelle, und dort mit offenen Türen, nicht fährt?! ;)

Hauptstadttennis

Fuck yeah, was für eine großartige Idee: Einfach mal nach Berlin fahren und eine bis dato noch recht unbekannte Band live erleben. Ausgelöst wurde das Ganze lustigerweise auch noch durch diesen Beitrag über Tennis.

Die beiden sympathischen Denver Patrick Riley and Alaina Moore präsentierten ihr noch druckfrisches Debüt-Album Cape Dory im herrlich ungezwungenen Ambiente des Comet Clubs.

Weiterlesen

Rainald Grebe & das Orchester der Versöhnung

Der gute Mann ist ja unermüdlich, wenn es darum geht, Licht ins Dunkel der Unwissenden zu bringen. Neben seinem neusten Projekt (Anfang 2011) im Leipziger Centraltheater vergrößert er aktuell im Berliner Admiralspalast seine „Kapelle der Versöhnung“ auf ein ganzes Orchester und analysiert neben Auswüchsen der Bananenrepublik Deutschland auch z.B. das Szeneviertel Prenzlauer Berg im Detail.

„Ich will kein normales Orchester, wo ich vorne im Rampenlicht stehe und hinten dudelt die Belegschaft die Soße dazu. Jeder einzelne ist wichtig. Und unberechenbar. Der Bassist spielt auch Alphorn. Der Drummer rezitiert aus dem Alten Testament. Der DJ kann eh alle ersetzen, weil er das ganze Orchester im Laptop hat.“

Hier der aktuelle Trailer über den Großmeister zeitgenössischen Dadaismus:

Rainald Grebe & Das Orchester der Versöhnung – Prenzlauer Berg from Rainald Grebe on Vimeo.

(via)