Deutschland erfindet sich neu

So schnell, wie die Sarrazin-Debatte kam, ist sie auch schon wieder aus dem medialen Focus geraten. Außer zu aktuellen Anlässen – z.B. der Isalamkonferenz – wird die Debatte wieder in die Hinterzimmer verlegt. Insofern schade, dass das Manifest der Vielen jetzt erst erschienen ist. Mit dem Untertitel Deutschland erfindet sich neu antworteten 30 Autor(innen) auf die Vorwürfe Sarrazins.

Das Manifest der Vielen ist Gegengift und Pflichtlektüre: Um sich nicht abzuschaffen, muss Deutschland sich neu erfinden. Dreißig profilierte Autorinnen und Autoren schreiben über ihr Leben in Deutschland, über Heimat und Identität, über ihr Muslim- oder Nicht Muslim-Sein anlässlich der Sarrazin-Debatte. Begriffe wie Migrant, Moslem, Deutscher, Fremder lösen sich dabei immer mehr auf, in den Vordergrund treten kritische Analysen und persönliche Geschichten. Ergebnis ist eine Vielfalt der Stimmen für das Eigenrecht gelebten Lebens.

Hilal Sezgin, Journalistin und Herausgeberin des Manifestes

Der Endzeitthriller erklärt von Spinne

Kloß & Spinne ist eine Politik-Satire-Zeichentrick-Serie von Volker Strübing, aktuelle Folge kommt natürlich nicht vorbei am Spätsommerbestseller No. 1 „Deutschland schafft sich ab“… Herrliche Pointen!

Wusstet ihr, dass unter gläubigen Moslems nur ein erschreckend geringer Teil Alkoholiker ist? Und es ist auch kein Bemühen zu bemerken, sich der deutschen Leit- und Trinkkultur anzupassen.

(via)

Sarazene – Saracenus – Sarrazin

Leipzigs Hausphilosoph Guillaume Paoli hat mal den Wikipediaartikel über Sarazenen zusammengefasst:

Das Wort saracenus und seine volkssprachlichen Entsprechungen haben im Verlauf ihrer mittelalterlichen Bedeutungsentwicklung neben der primären Bedeutung „islamischen Völkern zugehörig“ zum Teil auch die weitere Bedeutung „fremdartig, alt“ angenommen.
[…] in vielen Fällen wegen einer „sarazenischen“ Herkunft des Trägers, in anderen Fällen aber auch nur wegen eines zeitweisen Aufenthaltes bei den „Sarazenen“ entstand. Sofern der Name erst im Spätmittelalter in Gebrauch kam, ist auch mit der Möglichkeit zu rechnen, dass er im Hinblick auf die mögliche Bedeutung „Zigeuner“ gewählt wurde.

Und kommt zu einer herrlich Schlussfolgerung, deren Ironie wohl kaum zu verbergen ist:

Gegenwärtig prominentes Beispiel in Deutschland ist Bundesbankvorstandsmitglied und SPD-Politiker Thilo Sarrazin.

Merkwürdig, dass das von der Presse noch nicht aufgenommen wurde ;)